Die Lichtstärke entscheidet, ob eine Pflanze nur überlebt oder wirklich wächst. Gemessen wird sie im Alltag in Lux (lx): Der Wert gibt an, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Die meisten Zimmerpflanzen brauchen für sichtbares Wachstum mindestens 1.000 bis 2.500 Lux, lichthungrige Arten ein Vielfaches davon.
Lux-Tabelle: Wie viel Licht brauchen Pflanzen?
| Lichtbedarf | Lux an der Pflanze | Beispiele |
|---|---|---|
| Gering | 500–2.500 Lux | Bogenhanf, Glücksfeder, Schusterpalme, Efeutute, Drachenbaum |
| Mittel | 2.500–10.000 Lux | Monstera, Philodendron, Calathea, Ficus, Orchideen (Phalaenopsis) |
| Hoch | 10.000–20.000 Lux | Kräuter, Zitruspflanzen, Olive, viele Sukkulenten |
| Sehr hoch | über 20.000 Lux | Tomaten, Chili, Kakteen, Anzucht von Gemüse |
Die Werte sind Richtwerte für eine tägliche Beleuchtung von etwa 10 bis 12 Stunden. Am unteren Ende der Spanne hält sich die Pflanze, am oberen Ende wächst sie zügig.
Was bedeuten die Lux-Werte für das Wachstum?
| Lux-Bereich | Wirkung auf Zimmerpflanzen |
|---|---|
| unter 500 Lux | Zu dunkel: Auch genügsame Pflanzen bauen auf Dauer ab |
| 500–1.000 Lux | Schattig: Erhaltung, kaum Wachstum |
| 1.000–2.500 Lux | Halbschattig: Langsames Wachstum bei Schattenpflanzen |
| 2.500–10.000 Lux | Hell: Gutes Wachstum bei den meisten Grünpflanzen |
| 10.000–20.000 Lux | Sehr hell: Nötig für Kräuter, mediterrane Pflanzen und Blüte |
| über 20.000 Lux | Sonnig: Für Sonnenpflanzen ideal; Schattenpflanzen können Blattschäden bekommen |
Wie hell ist es wirklich? Vergleichswerte in Lux
| Situation | Lux (lm/m²) |
|---|---|
| Heller Sonnentag im Sommer | bis 100.000 |
| Bedeckter Himmel im Sommer | 10.000–25.000 |
| Trüber Wintertag im Freien | 1.000–5.000 |
| Fensterbank ohne direkte Sonne | 1.000–5.000 |
| Ein bis zwei Meter vom Fenster entfernt | 300–1.500 |
| Bürobeleuchtung | 500 |
| Wohnzimmer am Abend | 50–200 |
| Straßenbeleuchtung | 10 |
| Kerze in einem Meter Abstand | 1 |
| Mondlicht | 0,25 |
Das menschliche Auge gleicht Helligkeitsunterschiede sehr gut aus. Ein Raum, der uns hell vorkommt, bietet einer Pflanze oft nur ein Hundertstel des Lichts im Freien. Mit jedem Meter Abstand zum Fenster nimmt die Lichtstärke deutlich ab; schmutzige Scheiben, Gardinen, Balkone und Bäume vor dem Fenster kosten zusätzlich Licht.
Lux, Lumen und PPFD: der Unterschied
- Lumen (lm) beschreibt, wie viel Licht eine Lampe insgesamt abgibt.
- Lux (lx) beschreibt, wie viel davon auf einer Fläche ankommt (Lumen pro Quadratmeter). Für Pflanzen zählt dieser Wert, nicht die Lumen-Angabe auf der Verpackung.
- PPFD (µmol/m²/s) misst nur das Licht, das Pflanzen für die Photosynthese nutzen. Lux ist dagegen auf die Empfindlichkeit des menschlichen Auges abgestimmt.
Zum Umrechnen genügt eine Faustformel: Bei Sonnenlicht entsprechen etwa 54 Lux einem µmol/m²/s, bei weißen LEDs je nach Farbtemperatur etwa 60 bis 70 Lux. Aus 10.000 Lux unter einer weißen LED werden also rund 150 µmol/m²/s. Bei rot-blauen Lampen funktioniert die Umrechnung nicht, weil das Auge deren Licht kaum als hell wahrnimmt. Mehr dazu im Artikel PPFD Lichtmessung und in der Übersicht der 11 wichtigsten Kennzahlen.
Die Lichtstärke ist nicht zu verwechseln mit der Lichtfarbe, die die Zusammensetzung des Lichts beschreibt.
Wie misst man die Lichtstärke?
Am genauesten mit einem Luxmeter. Halten Sie den Sensor auf Höhe der Blätter und richten Sie ihn zur Lichtquelle aus. Messen Sie zu mehreren Tageszeiten, denn der Wert schwankt stark. Smartphone-Apps liefern nur einen groben Anhaltspunkt, reichen aber für den Vergleich zweier Standorte.
Belichtungsmeter für Pflanzen
- Hohe Genauigkeit
- Drehbarer Lichtsensor
- Misst alle 3 Sekunden
Luxmeter für Pflanzen
- Bis zu 200.000 Lux
- Inklusive Thermometer
- Mit App-Funktion
Lichtmesser für Zimmerpflanzen
- Lichtsensor mit Kabel
- Datenspeicher
- Hohe Genauigkeit
Wie viel Lux liefert eine Pflanzenlampe?
Das hängt vor allem vom Abstand ab. Verdoppeln Sie den Abstand zwischen Lampe und Pflanze, kommt nur noch etwa ein Viertel des Lichts an. Eine kleine Klemmleuchte, die in 20 Zentimetern Abstand mehrere tausend Lux liefert, bringt in einem Meter Abstand kaum noch etwas. Die Herstellerangaben in Lumen oder Watt sagen deshalb wenig; aussagekräftig ist nur eine Messung an der Pflanze oder eine PPFD-Angabe mit Abstand.
Passende Lampen nach Fläche und Standort schlägt der Kaufberater vor; alle Modelle finden Sie in der Übersicht der Pflanzenlampen.
Was passiert, wenn Pflanzen zu wenig Licht bekommen?
Lichtmangel erkennen Sie an folgenden Anzeichen:
- Helle, kleine oder gelbe Blätter
- Die Pflanze wächst nicht mehr und blüht nicht
- Die Pflanze neigt sich deutlich zum Fenster
- Geilwuchs: Neue Triebe werden lang und dünn und knicken unter dem Eigengewicht ab
Dass sich Pflanzen zum Licht krümmen, steuert das Pflanzenhormon Auxin. Eine ausführliche Übersicht der Symptome steht im Artikel Wie erkennt man, ob eine Pflanze zu wenig Licht bekommt?
Wie viele Lux deine Lampe an der Pflanze erreicht, rechnet der Lichtrechner aus. Hast du mit einem Luxmeter gemessen, trägst du den Wert direkt ein und siehst, ob er für deine Pflanze reicht.
Häufige Fragen
Wie viel Lux brauchen Zimmerpflanzen mindestens?
Genügsame Arten wie Bogenhanf oder Glücksfeder halten sich ab etwa 500 Lux. Für sichtbares Wachstum sollten es bei den meisten Grünpflanzen 2.500 Lux und mehr sein.
Wie viel Lux hat Tageslicht?
Im Freien zwischen etwa 1.000 Lux an einem trüben Wintertag und 100.000 Lux in der Sommersonne. Hinter einem Fenster ohne direkte Sonne sind es meist 1.000 bis 5.000 Lux.
Können Pflanzen zu viel Licht bekommen?
Ja. Schattenpflanzen reagieren auf direkte Sonne oder eine zu nah platzierte Lampe mit hellen, trockenen Flecken auf den Blättern. Sonnenpflanzen vertragen dagegen sehr hohe Werte.
Wie viel Lumen braucht eine Pflanzenlampe?
Aus der Lumen-Zahl allein lässt sich das nicht ableiten, weil Abstand und Abstrahlwinkel entscheiden. Als grobe Orientierung: Um einen Quadratmeter mit 10.000 Lux zu beleuchten, muss eine Lampe mindestens 10.000 Lumen auf diese Fläche bringen.


